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Blog Post Series: Von der Cyberanthropologie zur Digitalen Anthropologie – Teil 4

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Diese Serie von Blogeinträgen beschreibt die Relevanz kultur- und sozialanthropologischer Zugänge in der Untersuchung digitaler Technik und Technologien, dargestellt anhand wissenschaftstheoretischer Aspekte in der Entwicklung der Forschungsfelder der “Cyberanthropologie” und der “Digitalen Anthropologie”. Kommentare und/oder Anmerkungen sind dezidiert erwünscht.
Die einzelnen Blogeinträge bauen, leicht verändert, auf einen Text, der 2019 im Sammelband Ritualisierung – Meditatisierung – Performance publiziert wurde:
Budka, P. (2019). Von der Cyber Anthropologie zur Digitalen Anthropologie. Über die Rolle der Kultur- und Sozialanthropologie im Verstehen soziotechnischer Lebenswelten. In M. Luger, F. Graf & P. Budka (Eds.), Ritualisierung – Mediatisierung – Performance (pp. 163-188). Göttingen: V&R Unipress/Vienna University Press. https://doi.org/10.14220/9783737005142.163

Cyberanthropologie 2/2

Im deutschen Sprachraum war Manfred Kremser einer der ersten Kultur- und Sozialanthropologen, der sich ausführlich mit neuen digitalen Technologien und deren Bedeutung für Mensch, Gesellschaft und Kultur auseinander setzte.1 Ab 1996 bot er Lehrveranstaltungen zu ausgewählten cyberanthropologischen Themen am Institut für Kultur- und Sozialanthropologie (vormals Völkerkunde) der Universität Wien an. Dabei verstand er es geschickt, das neue Forschungsfeld der Cyberanthropologie mit Frage- und Problemstellungen zu verbinden, mit denen er sich bereits zuvor intensiv auseinander gesetzt hatte, besonders im Bereich der afrikanischen und afro-karibischen Religionen. So untersuchte Kremser beispielsweise, wie der soziokulturelle Raum des Cyberspace “Afrikanische Traditionelle Religionen” und “Afrikanische Diaspora Religionen” um eine zusätzliche Dimension, die Kremser (2003: 447) als “Afrikanische Digitale Diaspora Religionen” bezeichnet, erweitert.2 Historisch betrachtet, wurden afrikanische Religionen und deren Traditionen in der Diaspora laufend transformiert. Die “Afrikanische Digitale Diaspora” transformiert nun wiederum das bereits Transformierte auf neue Art und Weise (Kremser 2001a: 111). Diese “Cyber-Transformationen” implizieren einen fundamentalen Wandel von traditionellen und diasporischen Religionen (Kremser 2003: 448). Indigene religiöse Konzepte und Praktiken verlassen ihr lokales Territorium und werden durch global vernetzte digitale Technologien für viele Menschen weltweit verfügbar. Im Zuge dieses Globalisierungsprozesses werden afrikanische Kosmologien und Ritualsysteme in neue Formen von “Kultur” transformiert, an der ein Publikum global teilhaben kann (ebd.).

In seiner Forschung arbeitete Kremser (z.B. 2001a, 2001b, 2003) die Besonderheiten dieser Transformationsprozesse heraus. Die Genese digitaler afrikanischer Diaspora-Religionen ermöglicht es beispielsweise, die Ähnlichkeiten zwischen afrikanischer Spiritualität und grundlegenden Prinzipien des Cyberspace zu erkennen. So spielen etwa binäre Codesysteme sowohl in der Computertechnik als auch bei Ifá-Orakel in der Religion der Yoruba (vor allem im westlichen Nigeria) eine entscheidende Rolle (Kremser 2001b; siehe auch Eglash 1999: 86ff.; Eglash/Bleecker 2001: 357ff.). Digitale afrikanische Religionen bilden neue Kontexte für etablierte Konzepte und Praktiken und ermöglichen so deren Neuinterpretation und das Erleben neuer religiöser Dimensionen. Viele religiöse PraktikerInnen sind, nach Kremser (1998: 141ff.), nun in unterschiedlichen sozialen Feldern engagiert: etwa als PriesterInnen in lokalen Gemeinschaften, als LehrerInnen und spirituelle FührerInnen bei internationalen Workshops und Diaspora-Treffen sowie als ComputerspezialistInnen und religiöse UnternehmerInnen in globalen Online-Gemeinschaften der digitalen Diaspora. Um diese Felder auf methodischer Ebene zu berücksichtigen, schlägt Kremser (ebd.: 135ff.) vor, das “klassische” Konzept ethnographischer Feldforschung zur “Felder-Forschung” zu erweitern, in der sich EthnographInnen mit unterschiedlichen soziokulturellen Feldern befassen, die sich auch in den digitalen Raum erstrecken, sich überlappen und ergänzen (siehe auch Marcus 1998).

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Blog Post Series: Von der Cyberanthropologie zur Digitalen Anthropologie – Teil 4

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Diese Serie von Blogeinträgen beschreibt die Relevanz kultur- und sozialanthropologischer Zugänge in der Untersuchung digitaler Technik und Technologien, dargestellt anhand wissenschaftstheoretischer Aspekte in der Entwicklung der Forschungsfelder der “Cyberanthropologie” und der “Digitalen Anthropologie”. Kommentare und/oder Anmerkungen sind dezidiert erwünscht.
Die einzelnen Blogeinträge bauen, leicht verändert, auf einen Text, der 2019 im Sammelband Ritualisierung – Meditatisierung – Performance publiziert wurde:
Budka, P. (2019). Von der Cyber Anthropologie zur Digitalen Anthropologie. Über die Rolle der Kultur- und Sozialanthropologie im Verstehen soziotechnischer Lebenswelten. In M. Luger, F. Graf & P. Budka (Eds.), Ritualisierung – Mediatisierung – Performance (pp. 163-188). Göttingen: V&R Unipress/Vienna University Press. https://doi.org/10.14220/9783737005142.163

Cyberanthropologie 1/2

Internet Café, Toronto, Canada. Photo by Philipp Budka

Die Bezeichnung “Cyberanthropologie” lehnt sich an Wortschöpfungen wie “Cyberspace”, “Cyberkultur” und “Cyberpunk” an, die vor allem der Science-Fiction-Literatur und damit der Populärkultur entstammen (Knorr 2011; Tomas 1991). Der Begriff “Cyberspace” beispielsweise wurde das erste Mal vom Science-Fiction-Autor William Gibson in der Kurzgeschichte Burning Chrome (1982) verwendet und beschreibt einen computergenerierten Raum kollektiver Halluzination (siehe auch Gibson 1984). Das Präfix “Cyber” hat eine längere Geschichte und wurde durch den Mathematiker Norbert Wiener Ende der 1940er Jahre popularisiert. Er verwendete den Begriff “Kybernetik” (“Cybernetics”), um einen interdisziplinären Wissenschaftskomplex zu beschreiben, der sich mit Steuerung und Regelung in informationellen, mechanischen oder natürlichen Systemen befasst (Wiener 1948). In ihrer grundlegenden Form versteht Wiener Kybernetik als eine Theorie von Informationen, Signalen oder Nachrichten, die das Ziel verfolgt, ein Verfahren zur Informationsgenerierung und -organisation zu entwickeln, um etwa Mensch-Maschine-Kommunikation zu ermöglichen (Axel 2006: 359; siehe auch Knorr 2011: 31ff.; Matzker 1998: 157ff.).

Die Arbeit der Kybernetiker trug maßgeblich dazu bei, dass Themen wie Kommunikation sowie soziotechnische Beziehungen und Systeme in den Mittelpunkt anthropologischer Projekte rückten (z. B. Axel 2006; Boyer 2010). Gregory Bateson (2000) beispielsweise war besonders an den kommunikativen Beziehungen zwischen Organismen – menschlichen und nicht-menschlichen – und deren Umwelt interessiert. Kybernetik, so hoffte er, könnte entscheidend zum Verständnis komplexer Systeme, von Mensch-Nicht-Mensch-Interaktionen und letztlich auch des menschlichen Geistes selbst beitragen. Während die Kybernetik als interdisziplinäres Projekt in den 1980er Jahren an Schwung verlor, wurde die Suche nach Antworten auf komplexe Problemstellungen in Zusammenhang mit zunehmend technologisierten Systemen sowie Mensch-Nicht-Mensch-Kommunikation und -Interaktion in der Anthropologie fortgesetzt. Mitte der 1990er Jahre ließen sich drei größere cyberanthropologische Forschungsprojekte identifizieren, die einerseits miteinander verknüpft waren, andererseits ihren Fokus aber auf unterschiedliche Phänomenbereiche legten (Escobar 1994: 215ff.):

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Blog Post Series: Von der Cyberanthropologie zur Digitalen Anthropologie – Teil 3

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Diese Serie von Blogeinträgen beschreibt die Relevanz kultur- und sozialanthropologischer Zugänge in der Untersuchung digitaler Technik und Technologien, dargestellt anhand wissenschaftstheoretischer Aspekte in der Entwicklung der Forschungsfelder der “Cyberanthropologie” und der “Digitalen Anthropologie”. Kommentare und/oder Anmerkungen sind dezidiert erwünscht.
Die einzelnen Blogeinträge bauen, leicht verändert, auf einen Text, der 2019 im Sammelband Ritualisierung – Meditatisierung – Performance publiziert wurde:
Budka, P. (2019). Von der Cyber Anthropologie zur Digitalen Anthropologie. Über die Rolle der Kultur- und Sozialanthropologie im Verstehen soziotechnischer Lebenswelten. In M. Luger, F. Graf & P. Budka (Eds.), Ritualisierung – Mediatisierung – Performance (pp. 163-188). Göttingen: V&R Unipress/Vienna University Press. https://doi.org/10.14220/9783737005142.163

Von der Cyberanthropologie zur Digitalen Anthropologie – Eine Einleitung

Während in den Anfängen der anthropologischen Analyse von neuen digitalen Informations-, Kommunikations- und Medientechnologien noch von “Cyberanthropologie” bzw. “Cyberanthropology” (z.B. Budka/Kremser 2004; Knorr 2011) gesprochen wurde, werden diese Begriffe zunehmend von der Bezeichnung “Digitale Anthropologie” (z. B. Horst/Miller 2012) abgelöst.1 Obwohl sich die Bezeichnungen dieses Forschungsfeldes im Laufe der Jahre und unter Einfluss unterschiedlicher wissenschaftlicher Disziplinen sowie gesellschaftlicher und (populär)kultureller Trends änderten, blieben die Forschungsthemen und -schwerpunkte ähnlich: die soziokulturellen Implikationen und Bedeutungen neuer, digitaler Technologien. Dabei befassen sich AnthropologInnen oftmals mit den Verbindungen zwischen digitalen Technologien, Medien oder Kommunikationsformen einerseits und soziokulturellen Phänomenbereichen andererseits, die traditionell intensiv in der Disziplin bearbeitet werden, wie gesellschaftliche Beziehungen und Organisationsformen, kulturell unterschiedliche Formen der Kommunikation und Identitätskonstruktion, Ritualdynamiken und religiöse Prozesse oder ökonomische Praktiken (z. B. Budka/Kremser 2004; Horst/Miller 2012; Schröder/Voell 2002; Whitehead/Wesch 2012b).

Internet Café, Toronto, Canada. Photo by Philipp Budka

Das soziotechnische Phänomen, das die anthropologische Forschung zu digitalen Medientechnologien entscheidend vorantrieb, ist das Internet.2 Daniel Miller und Don Slater (2000: 14), die eine der ersten ethnographischen Studien über das Internet durchführten, betonen bereits hier, dass das Internet kein ausschließlich technisches, technologisches oder infrastrukturelles Phänomen sei, sondern auch ein soziokulturelles: Es ermöglicht Kommunikation, soziale Interaktion und kulturelle Repräsentation und ist nicht zuletzt deshalb Gegenstand anthropologischer Forschung (siehe auch Hart 2004). Das Internet und das World Wide Web (WWW)3 versprachen eine ganze Reihe von Dingen: unmittelbare globale Kommunikation, vernetztes Organisieren von Information und neue Formen von Politik, Ökonomie und Sozialität.

Howard Rheingold (2000: xviii), beispielsweise, betonte die Tragweite des “Cyberspace” für politische Freiheit und die Veränderung des “realen Lebens” durch die Etablierung “virtueller Gemeinschaften”. In der Untersuchung dieser neuen Vergemeinschaftungsformen befassten sich die ersten sozialwissenschaftlichen InternetforscherInnen zunächst mit deren (kommunikativen) Strukturen und ihrer (soziologischen) Entwicklung (z. B. Jones 1995; Smith/Kollock 1999). In der Folge verschob sich der Forschungsfokus auf den (sozialen) Netzwerkcharakter von Gesellschaften und Gemeinschaften, der sich, zumindest nach Meinung einiger SoziologInnen, im Internetzeitalter verstärkt und sogar konstituierend für das digital vernetzte Individuum ist (z. B. Castells 2000; Rainie/Wellman 2012).

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Digital and Online Ethnography – A Selection of Resources

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Below you find a selection of resources on digital and online ethnography – with a slight focus on anthropological research – compiled by Philipp Budka.
To add and share your resources and/or references, please use this collaborative document.

Literature:

Baym, N. (2010). Personal connections in the digital age. Cambridge: Polity.

Bell, D., & Kennedy, B. M. (Eds.). (2000) The Cybercultures Reader. London: Routledge.

Boellstorff, T. (2016). For whom the ontology turns: Theorizing the digital real. Current Anthropology, 57(4), 387–407. https://doi.org/10.1086/687362

Boellstorff, T. (2013). Digital anthropology. In Oxford Bibliographies. https://www.oxfordbibliographies.com/view/document/obo-9780199766567/obo-9780199766567-0087.xml

Boellstorff, T. (2008). Coming of age in Second Life: An anthropologist explores the virtually human. Princeton: Princeton University Press.

Boellstorff, et al. (2012). Ethnography and virtual worlds: A handbook of method. Princeton: Princeton University Press.

Bräuchler, B. (2013). Cyberidentities at war: The Moluccan conflict on the Internet. New York: Berghahn Books.

Buchanan, E. A. (2004). Readings in virtual research ethics: Issues and controversies. Hershey, PA: Information Science Pub.

Budka, P. (2018). [Review of the book Digital environments: Ethnographic perspectives across global online and offline spaces, by U. U. Frömming, S. Köhn, S. Fox & M. Terry]. Anthropos, 113(1), 303-304. http://www.philbu.net/blog/review-digital-environments-ethnographic-perspectives-across-global-online-and-offline-spaces/

Budka, P. (2015). [Review of the book Cyberidentities at war: The Moluccan conflict on the Internet, by B. Bräuchler]. American Anthropologist, 117(1), 179-180. https://doi.org/10.1111/aman.12197 http://www.philbu.net/blog/review-cyberidentities-at-war-the-moluccan-conflict-on-the-internet/

Budka, P., & Kremser, M. (2004). CyberAnthropology – anthropology of cyberculture. In S. Khittel, B. Plankensteiner & M. Six-Hohenbalken (Eds.), Contemporary issues in socio-cultural anthropology: Perspectives and research activities from Austria (pp. 213-226). Vienna: Loecker Verlag.
http://www.philbu.net/budka_kremser_cyberanthro.pdf

Coleman, G. E. (2010). Ethnographic approaches to digital media. Annual Review of Anthropology 39(1), 487-505. https://doi.org/10.1146/annurev.anthro.012809.104945

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Presentation: MyKnet.org: The cultural history & social life of an indigenous web-based environment

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Budka, P. (2019). MyKnet.org: The cultural history and social life of an indigenous web-based environment. Paper at “The Web That Was: Archives, Traces, Reflections” Conference (RESAW19), Amsterdam, Netherlands: University of Amsterdam, 21 June. Presentation (PDF)

Ethnographic Vignette

In the summer of 2006, during my first field trip to Northwestern Ontario, I visited the Frenchman’s Head community of Lac Seul First Nation which is one of the region’s few non-remote indigenous communities that can be reached by car and by boat. In the Band Office, the community’s largest administrative building, I was introduced to 16 year old Candice, a well known MyKnet.org user. She told me that she did set up her first MyKnet.org page a couple of years ago to stay in touch with friends and family and to let people know about her life. To communicate with friends and family members, she added a c-box to her homepage where people could leave messages.

As I found out later, almost everyone in the Band Office had a MyKnet.org homepage. Even though some didn’t know how to work with their websites. They needed the help of young, web-savvy colleagues, friends and family members. Candice introduced me to an older lady who told me that she had to register for a new MyKnet.org page only two weeks ago because her original page was registered under her now divorced husband’s name. And since she didn’t want to be constantly reminded of this, she needed a new homepage. KO-KNET, the First Nations internet organization that has been managing the MyKnet.org homepage service, only approves registrations with real, locally known, First Nation names that are then displayed in the URL of the page.

Candice helped her setting up the page, finding and applying the right layout and updating the content. As she told me later, she was regularly reminding other employees at the office to keep their respective homepages up to date. She also told me that she has started to use other, commercial website providers, such as Piczo (2002-2012). They were easier to use than MyKnet.org and provided more web space and technical features and possibilities.

Seminar: Digital & Visual Technologies as Material Culture

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In the summer term 2019, I am giving a seminar on digital and visual technologies as material culture at the Department of Social and Cultural Anthropology (MA & CREOLE study programme) of the University of Vienna. Find more information online.

This course gives an overview about material culture as a conceptual and practical approach to understand digital and visual technologies. In doing so, it focuses on digital technologies, their visual aspects and how they are integrated and utilized in everyday life.

Mobile networked digital media technologies, such as smart phones, as well as social media platforms and services, such as Facebook or Instagram, have become important (visual) communication and (re)presentation tools. For social and cultural anthropology it is of particular interest how these digital devices and technologies are integrated and embedded into everyday life, by considering changing sociocultural, political and economic contexts. This course focuses in particular on the material aspects of digital and visual technologies and how they are utilized on a day-to-day basis. Questions about the relevance of a material culture approach for (the understanding of) technology appropriation on a theoretical and practical level as well as questions about (culturally) different usage practices are discussed. How does the understanding and conceptualisation of digital and visual technology as material culture contribute to the exploration and analyses of contemporary and emerging sociocultural practices and processes in increasingly digital societies?

By working on different case studies, students get a comparative overview about material culture in the context of digital and visual technologies. Students conduct small empirical research projects within teams.

Paper: Indigenous articulations in the digital age

Paper: Indigenous articulations in the digital age published on No Comments on Paper: Indigenous articulations in the digital age

Budka, P. (2018). Indigenous articulations in the digital age: Reflections on historical developments, activist engagements and mundane practices. Paper at International Communication Association 2018 Pre-Conference “Articulating Voice. The Expressivity and Performativity of Media Practice”, Prague, Czech Republic: Hilton, 24 May. Full Paper (PDF)

The relationship between indigenous people and digital media technologies is ambivalent and enthusiastic at the same time; reflecting individual experiences and expectations as well as collective sociocultural contexts and developments. Considering indigenous people’s colonial history and colonization’s continuing effects on indigenous communities, it is not surprising that many indigenous representatives are particularly concerned about issues of power, control, and ownership related to digital technologies and new ways of knowledge production, circulation, and representation (e.g., Ginsburg, 2008).

There is a strong sense of sociopolitical activism and agency in indigenous people’s collective engagements with digital media technologies which are closely connected to the (re)construction and mediation of cultural identity, cultural articulation, social intervention, and self-determination. At the same time, indigenous people’s digital practices are related to mundane necessities of everyday communication, social networking, family bonding, or self-expression. To understand indigenous articulations in the digital age, the collective and the individual dimension need to be considered.

Idle No More Twitter Account
Screenshot: Idle No More Twitter Account, 2018

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Conference: ICA 2018 Pre-Conference “Articulating Voice. The Expressivity and Performativity of Media Practices”

Conference: ICA 2018 Pre-Conference “Articulating Voice. The Expressivity and Performativity of Media Practices” published on No Comments on Conference: ICA 2018 Pre-Conference “Articulating Voice. The Expressivity and Performativity of Media Practices”

International Communication Association (ICA) 2018 Pre-Conference “Articulating Voice. The Expressivity and Performativity of Media Practices”
May 24, 2018, Prague, Czech Republic

Conference Program
Book of Abstracts (PDF)

At this interdisciplinary conference, several papers in the field of media & digital anthropology are presented by researcher who are actively involved in the European Association of Social Anthropologists Media Anthropology Network:

  • Sahana Udupa, U of Munich, Germany: “Enterprise as practice: Fun and aggression in online political discourse”
  • Philipp Budka, U of Vienna, Austria: “Indigenous Articulations in the Digital Age: Reflections on Historical Developments, Activist Engagements and Mundane Practices”
  • Nina Grønlykke Mollerup & Mette Mortensen, U of Copenhagen, Denmark: “The Contested Visibility of War: Actors on the Ground Taking and Distributing Images from the War in Syria”

Paper: Internet for remote First Nation communities in Northwestern Ontario

Paper: Internet for remote First Nation communities in Northwestern Ontario published on No Comments on Paper: Internet for remote First Nation communities in Northwestern Ontario

Budka, P. (2017). Internet for remote First Nation communities in Northwestern Ontario. Paper at “3rd CoRe Workshop – Mobility and Remoteness: What is the Connection?“, Vienna, Austria: University of Vienna, 26-27 May. Full Paper (PDF)

Introduction

In 1994, the Keewaytinook Okimakanak Kuhkenah Network (KO-KNET) began to develop and provide internet infrastructures and services for the remote First Nation communities in Northwestern Ontario, Canada. Public and private institutions have been reluctant to invest in this “high cost serving area” with no year-round road access, where residents have to travel by plane for medical treatment or to meet with relatives and where people have to move to southern towns to continue their high school education or to find work. In close cooperation with the region’s First Nation communities, KO-KNET has built local broadband internet infrastructures to provide services such as cell phone communication, e-health, online learning, videoconferencing, and personal website hosting. Overall aim of this initiative has been to give people a choice to stay in their remote home communities.

For my first field trip to Northwestern Ontario in 2006, I decided not to fly but to take the train from Toronto to Sioux Lookout, Northwestern Ontario’s transportation hub. This ride with “The Canadian”, which connects Toronto and Vancouver, took about 26 hours and demonstrated very vividly the vastness of Ontario. I could not believe that I had spent more than an entire day on a train without even leaving the province. Finally, I arrived at Sioux Lookout, where I would be working with KO-KNET, one of the world’s leading indigenous internet organizations.

After my first day at the office, KO-KNET’s coordinator wanted to show me something. We jumped in his car and drove to the outskirts of the town where he stopped in front of a big satellite dish. Only through this dish, he explained, the remote First Nation communities in the North can be connected to the internet. I was pretty impressed, but had no idea how this should really work.

While the satellite dish was physically visible to me, the underlying infrastructure of interconnected digital information and communication systems was not. In the weeks and months to follow, I learned about the technical aspects of internet networks and broadband connectivity, about hubs, switches, and cables, about towers, points of presence, and loops. And I found out that internet via satellite might look impressive, but is actually the last resort and a very expensive way to establish and maintain internet connectivity for remote and isolated communities.

KO-KNET satellite dish, Sioux Lookout
KO-KNET satellite dish, Sioux Lookout

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Digital ethnography

Digital ethnography published on No Comments on Digital ethnography

Digital ethnography – a selection of resources

e-Seminars of the EASA Media Anthropology Network:

Literature:

Ethnography in virtual worlds:

  • Boellstorff, et al. (2012). Ethnography and virtual worlds: A handbook of method. Princeton: Princeton University Press.

Ethnography and digital and social media:

  • Hjorth, L., et al. (Eds.). (2017). The Routledge Companion to digital ethnography, New York: Routledge. Forthcoming.
  • Miller, D., et al. (2016). How the world changed social media. London: UCL Press. http://discovery.ucl.ac.uk/1474805/1/How-the-World-Changed-Social-Media.pdf
  • Pink, S., et al. (2016). Digital ethnography: Principles and practice. Thousand Oaks, CA: Sage.
  • Postill, J., & Pink, S. (2012). Social media ethnography: The digital researcher in a messy web. Media International Australia, 145(1), 123-134. http://journals.sagepub.com/doi/abs/10.1177/1329878X1214500114
  • Sanjek, R., & Tratner, S. W. (Eds.). (2016). eFieldnotes: The makings of anthropology in the digital world. Philadelphia: University of Pennsylvania Press.

Blog posts:

Research centres:

Internet Archive builds archive copy in Canada

Internet Archive builds archive copy in Canada published on No Comments on Internet Archive builds archive copy in Canada

From http://blog.archive.org/2016/11/29/help-us-keep-the-archive-free-accessible-and-private/ by B. Kahle:

… On November 9th in America, we woke up to a new administration promising radical change. It was a firm reminder that institutions like ours, built for the long-term, need to design for change.

For us, it means keeping our cultural materials safe, private and perpetually accessible. It means preparing for a Web that may face greater restrictions.

It means serving patrons in a world in which government surveillance is not going away; indeed it looks like it will increase.

Throughout history, libraries have fought against terrible violations of privacy—where people have been rounded up simply for what they read.  At the Internet Archive, we are fighting to protect our readers’ privacy in the digital world. …

Internet Archive Canada and National Security Letter in the news: roundup

Internet Archive is a non-profit library of millions of free books, movies, software, music, websites, and more: https://archive.org/

Concept map: Ethnographie des Cyberspace (nach Ackermann, 2000)

Concept map: Ethnographie des Cyberspace (nach Ackermann, 2000) published on No Comments on Concept map: Ethnographie des Cyberspace (nach Ackermann, 2000)

Diese Concept Map visualisiert die wesentlichsten Punkte einer “Ethnographie des Cyberspace” nach Ackermann (2000).

“Für die Ethnologie sind die sozialen Phänomene des Cyberspace insofern von Interesse, als sie auf der theoretischen Ebene zu einer Auseinandersetzung mit traditionellen Konzepten von Sozialität … herausfordern und auf der empirischen Ebene die Flexibilität und Variabilität der Methode … einfordern” (S. 289).

A. Ackermann. 2000. Das virtuelle Universum der Identität. Überlegungen zu einer Ethnographie des Cyberspace. In S. M. Schomburg-Scherff & B. Heintze (Hg.) Die offenen Grenzen der Ethnologie. Schlaglichter auf ein sich wandelndes Fach. Frankfurt/Main: Lembeck. S. 276-290.

ethographie_cyberspace

Panel: “Media anthropology’s legacies and concerns” @ EASA 2016 Conference Milan

Panel: “Media anthropology’s legacies and concerns” @ EASA 2016 Conference Milan published on No Comments on Panel: “Media anthropology’s legacies and concerns” @ EASA 2016 Conference Milan

The EASA Media Anthropology Network’s panel “Media anthropology’s legacies and concerns” at the 14th European Association of Social Anthropologists (EASA) conference in Milan (20-23 July, 2016) includes the following papers:

  • Alberto Micali & Nicolò Pasqualini (University of Lincoln): Excavating the centrality of materiality for a post-human ‘anthropomediality’: an ecological approach
  • John McManus (University of Oxford): Media anthropology and the ‘ludic turn’
  • Philipp Budka (University of Vienna): Media anthropology’s legacies and concerns in digital times
  • Erkan Saka (Istanbul Bilgi University): In the intersection of anthropology’s disciplinary crisis and emergence of internet studies
  • Balazs Boross (Erasmus University Rotterdam): Television culture and the myth of participation: (re)making media rituals
  • Heloisa Buarque de Almeida (University of Sao Paulo): Politics of meanings of gender violence in Brazil
  • Richard MacDonald (Goldsmiths, University of London): Moving image projection, sacred sites and marginalised publics: the ritual economy of outdoor cinema in Thailand
  • Jonathan Larcher (Ecole des Hautes Etudes en Sciences Sociales): The politics of digital visual culture in Romania: from a digital ethnography to a historical media anthropology

Find the paper abstracts at: http://nomadit.co.uk/easa/easa2016/panels.php5?PanelID=4286

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Paper: Interactive technology enhanced learning for social science students

Paper: Interactive technology enhanced learning for social science students published on 1 Comment on Paper: Interactive technology enhanced learning for social science students

Budka, P., Schallert, C., Mader, E. 2011. Interactive technology enhanced learning for social science students. In M. E. Auer & M. Huba (Eds.), Proceedings 14th International Conference on Interactive Collaborative Learning (ICL2011) (pp. 274-278), CD-ROM. Piscataway, NJ: IEEE.

Abstract

This paper introduces the case of an interactive technology enhanced learning model, its contexts and infrastructure at a public university in the Bologna era. From a socio-technological perspective, it takes a look at the conditions and challenges under which this flexible learning model for the social sciences has been developed. Furthermore, selected evaluation results, including experiences and expectations of social science students, are discussed. The paper concludes that it is possible, with the appropriate didactical model, to create and facilitate interactive student-centered learning situations, even in “mass lectures”.

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Article: From marginalization to self-determined participation

Article: From marginalization to self-determined participation published on 1 Comment on Article: From marginalization to self-determined participation

Budka, P. 2015. From marginalization to self-determined participation: Indigenous digital infrastructures and technology appropriation in Northwestern Ontario’s remote communities. Journal des Anthropologues – Special Issue “Margins and Digital Technologies”. No. 142-143: 127-153.

Abstract

This article discusses, from an anthropological perspective, the utilization of digital infrastructures and technologies in the geographical and sociocultural contexts of indigenous Northwestern Ontario, Canada. By introducing the case of the Keewaytinook Okimakanak Kuh-ke-nah Network (KO-KNET) it analyses first how digital infrastructures not only connect First Nations people and communities but also enable relationships between local communities and non-indigenous institutions. Second, and by drawing on KO-KNET’s homepage service MyKnet.org, it exemplifies how people appropriate digital technologies for their specific needs in a remote and isolated area. KO-KNET and its services facilitate First Nations’ self-determined participation to regional, national, and even global ICT connectivity processes, contributing thus to the “digital demarginalization” of Northwestern Ontario’s remote communities.

Text (PDF)