Journal "Cultural Anthropology" goes open access

The Society for Cultural Anthropology, in March 2013, announced plans for Cultural Anthropology to become an open access journal. Starting with its February 2014 issue (volume 29, number 1), new issues of the journal became freely available online through the CA website, and plans are in the works to make back issues available as well.

more info at: http://www.culanth.org/articles/open_access
first open access issue: http://www.culanth.org/issues/162-29-1-february-2014


Notes: open access & anthropology

Open Access (OA): freier Zugang zu wiss. Material
Goldener / Grüner Weg
alternatives Publikations- & Geschäftsmodell
2017-2021: ~50% OA Publikationen (Lewis 2012) http://crl.acrl.org/content/73/5/493

AutorInnen: + Verbreitung
LeserInnen: + Zugang
Bibliotheken: + Ersparnis
Gesellschaft: + Einsicht/Verständnis
http://de.wikipedia.org/wiki/Open_access
http://www.youtube.com/watch?v=L5rVH1KGBCY
http://www.doaj.org/
http://www.fwf.ac.at/de/public_Relations/oai/

HAU-Journal of Ethnographic Theory (seit 2011)
international, peer-reviewed, open-access (CC-Lizenz), online
ethnography as the prime heuristic & in the forefront of anthropology
http://www.haujournal.org

HAU-N.E.T., Network of Ethnographic Theory
international network of research centres & anthropology departments to support journal HAU
alternative to existing subscription models in publishing
http://www.haujournal.org/haunet/


Paper: Von „Cyber Anthropologie“ zu „Digitaler Anthropologie“: kultur- und sozialanthropologische Beiträge zur Erforschung digitaler Medientechnologien.

Budka. P. 2014. Von „Cyber Anthropologie“ zu „Digitaler Anthropologie“: kultur- und sozialanthropologische Beiträge zur Erforschung digitaler Medientechnologien. Vortrag im Rahmen der Ringvorlesung: „Rituale, Medien, Bewusstsein – in Memoriam Manfred Kremser“, 9. Januar 2014.

Einleitung

Dieser Vortrag wirft einen Blick auf die kultur- und sozialanthropologische Erforschung digitaler Medientechnologien wie Internet, Soziale Online-Netzwerke und mobile Kommunikationstechnologien. Dabei werden die Grundzüge des Forschungsfeldes der „Cyber Anthropologie“ – besonders im Bezug zum Wiener Institut für Kultur- und Sozialanthropologie – ebenso vorgestellt wie die rezente Entwicklung einer „Digitalen Anthropologie“. Die gemeinsame, übergeordnete Frage dieser kultur- und sozialanthropologischen Projekte lautet: „Was bedeutet Menschsein in einer (zunehmend) digitalen Welt?“. Fallbeispiele aus der ethnographischen Forschungspraxis behandeln konkrete Aspekte des „digitalen Menschseins“ und runden die theoretische Diskussion ab.

Medienanthropologie und die technische Mediatisierung von Kommunikation

In der Kultur- und Sozialanthropologie lässt sich die Forschung zu Medientechnologien grundsätzlich als Forschung zu menschlicher Kommunikation, die von Technologien mediatisiert wird, verstehen. Diese Mediatisierung von Kommunikation ist für die Kultur- und Sozialanthropologie besonders hinsichtlich ihrer Einbettung in soziokulturelle und historische Prozesse und Kontexte interessant: „The key questions for the anthropologist are how these technologies operate to mediate human communication, and how such mediation is embedded in broader social and historical processes“ (Peterson 2003: 5).

In der Medienanthropologie geht es um die Mediatisierung von Kommunikation in unterschiedlichen soziokulturellen Kontexten und unter spezifischen historischen, politischen und ökonomischen Bedingungen.

In der Kultur- und Sozialanthropologie werden Medien nicht auf ihre Inhalte oder Botschaften reduziert. Im Versuch ein möglichst ganzheitliches Bild von Medienphänomenen zu erlangen, werden Kontexte und Bedingungen unter denen Medien produziert, verteilt und genutzt werden ebenso analysiert wie die technischen Aspekte von Medien. Medien beinhalten immer auch Technologien, die die Mediatisierung von Kommunikation erst ermöglichen. Es macht also Sinn nicht nur von Medien sondern von Medientechnologien zu sprechen.

Über Medientechnologien entwickeln Menschen neue Beziehungen zu Zeit und Raum sowie zu Körper und Wahrnehmung. Und diese Verhältnisse verändern sich aufgrund medientechnologischer Entwicklungen permanent. Die „greifbare“ Materialität von Medientechnologien und die damit verbundenen phänomenologischen Erfahrungen sind also wesentlicher Gegenstand medienethnographischer und medienanthropologischer Forschung (vgl. Ginsburg et al. 2002: 21).

Wichtigste methodische Herangehensweise, um Medienphänomene zu erfassen, ist für die Medienanthropologie, wie für die Kultur- und Sozialanthropologie im Allgemeinen, die ethnographische Feldforschung. Diese methodische Strategie zur empirischen Datenerhebung passt sich dabei sowohl dem Feld als auch den soziokulturellen Handlungsräumen der Menschen an (vgl. z.B. Kremser 1998, Marcus 1998) und kann sich also nicht allein auf Inhalte und deren Rezeption beschränken. Sie muss auch die physischen und sensorischen Dimensionen von Medientechnologien miteinbeziehen, weil über diese soziale Beziehungen hergestellt werden können.

Technologie im soziokulturellen Kontext

Seit den 1950er Jahren untersuchen Kultur- und SozialanthropologInnen neue und „moderne“ Technologien und wie diese vor allem in „nicht-westlichen“ Gemeinschaften verwendet und angeeignet werden (vgl. z.B. Beck 2001, Godelier 1971, Pfaffenberger 1992, Sharp 1952). Doch wie unter anderem Arturo Escobar (1994) meint, ist es schwierig diese Forschungsansätze und -befunde auf hochkomplexe technische Umgebungen in „modernen“ Gesellschaften zu übertragen. Aus kultur- und sozialanthropologischer Perspektive bedeutet diese Transferschwierigkeit weder eine Hierarchisierung von soziotechnischen Systemen und damit verbunden von Gesellschaften, noch bedeutet dies eine Abwertung „nicht-moderner“ oder „traditioneller“ soziotechnischer Systeme. All diese Systeme – vom Töpfern in Indien bis zum Programmieren von Software in Kalifornien – sind hochkomplex und heterogen.

Es besteht allerdings dringender Bedarf an theoretischen Zugängen und weiteren empirischen Befunden, die zum Verständnis soziotechnischer Systeme in „modernen“ Gesellschaften beitragen. So befasst sich auch die Kultur- und Sozialanthropologie zunehmend mit soziotechnischen Systemen in zeitgenössischen Gesellschaften (vgl. z.B. Rabinow 2008, Rabinow & Markus 2008) – vor allem auch, weil immer wieder Fragen auftauchen, die scheinbar nur von der Kultur- und Sozialanthropologie beantwortet werden können, etwa nach der soziokulturellen und soziokulturell unterschiedlichen Bedeutung von Technologien (vgl. Pfaffenberger 1988, 1992).

Die Kultur- und Sozialanthropologie versucht zu verstehen, wie Technologie – beispielsweise in Form materieller Kultur oder als soziotechnisches System – (kulturell) konstruiert und (sozial) verwendet, genutzt und angeeignet wird. Ähnliche Ziele verfolgen auch Wissenschaftsforschung, Science and Technology Studies und sozialwissenschaftliche Technikforschung (vgl. z.B. Eglash 2006). Die Entwicklung und der Aufschwung digitaler (Medien)Technologien führen zu einer weiteren Differenzierung dieses Forschungsbereichs und zur Etablierung neuer Schwerpunkte.

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Conference paper: Football fan communities and identity construction

Budka, P., Jacono, D. 2013. Football fan communities and identity construction: Past and present of "Ultras Rapid" as sociocultural phenomenon. Paper at "Kick It! The Anthropology of European Football" Conference, 25-26 October 2013.

Introduction

Eduardo Archetti (1992: 232) argues that "football is neither a ritual of open rebellion nor the much mentioned opium of the masses. It is a rich, complex, open scenario that has to be taken seriously". Archetti's argument is in line with the most recent research in fan and football fan culture (e.g. Giulianotti & Armstrong 1997, Gray, Sandvoss & Harrington 2007). Because to study fans and fandom means ultimately to study how culture and society works.

In this paper we are going to discuss, within the framework of an anthropology of football, selected aspects of a special category of football fans: the ultras. By analysing the history and some of the sociocultural practices of the largest Austrian ultra group – "Ultras Rapid Block West 1988" – the paper aims to show how individual and collective fan identities are created in everyday life of football fan culture.

"Ultras no fans!" is a slogan that is being found among ultra groups across Europe. Despite this clear "emic" statement of differentiation between "normal" football fans and "ultras", ultras are, at least from a research perspective, basically fans. So we begin our examinations in the phenomenon of "Ultras Rapid" by briefly discussing anthropological and ethnographic research in football and football fans. We then set forth to present selected characteristics of SK Rapid Wien's largest ultra group that is also the oldest still active ultra movement in the German-speaking countries.

The authors themselves are fans of SK Rapid Wien and have been following the club and its fan culture for several decades (e.g. Jacono 2014). Building on ethnographic fieldwork, including participant observation, historical and archival studies, this paper intends to contribute to the anthropological and ethnographic understanding of the sociocultural phenomenon of football fan culture.

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Digital learning material for social & cultural anthropology

Within a project different digital learning materials for the social sciences, particularly at the University of Vienna, were developed. This is a hypermedia learning and teaching document for introductory courses in social and cultural anthropology (in German).

screenshot of digital learning document

"Diese Lernunterlage gibt einen einführenden Überblick zur wissenschaftlichen Disziplin der Kultur- und Sozialanthropologie (KSA) mit besonderem Schwerpunkt auf die Situation und die Arbeit des Instituts für Kultur- und Sozialanthropologie an der Universität Wien. Neben der Frage, womit sich Kultur- und Sozialanthropologie beschäftigt und wie sie sich theoriegeschichtlich entwickelt hat, werden ausgewählte Themenbereiche vorgestellt. Die Lernunterlage richtet sich vor allem an StudienanfängerInnen, kann aber ebenso als Informationsquelle oder Lehr- und Lernmittel für allgemein an der Kultur- und Sozialanthropologie Interessierte dienen."

Link:

http://www.univie.ac.at/sowi-online/esowi/cp/einfpropaedksa/einfpropaedksa-titel.html

 

 


Article: Digitale Medientechnologien aus kultur- und sozialanthropologischer Perspektive

Budka, P. 2013. Digitale Medientechnologien aus kultur- und sozialanthropologischer Perspektive: Überlegungen zu Technologie als materielle Kultur und Fetisch (Digital media technologies from an anthropological perspective: Thoughts on technology as material culture and fetish). Medien und Zeit, 28, 1/2013: 22-34. Online-Version.

Abstract

Dieser Aufsatz blickt auf digitale Medientechnologien aus Perspektive der Kultur- und Sozialanthropologie. In einem wissenschaftstheoretischen und historischen Abriss werden einerseits Eckpunkte in der Entwicklung relevanter Forschungsfelder, wie die Anthropologie und Ethnographie der Medientechnologien, die Digitale Anthropologie sowie die Anthropologie der Cyberkultur behandelt. Andererseits werden zwei Fallbeispiele aus der ethnographischen Forschungspraxis vorgestellt, die digitale Technologien als materielle Kultur verstehen. Technologie als materielle Kultur erlaubt es die Materialität und die Normativität von Technologien ebenso zu fassen wie deren alltägliche Aneignung in wandelnden soziokulturellen, politischen und ökonomischen Kontexten. Der Aufsatz schließt mit einer Diskussion der Fetischisierung von Technologien, deren Bedeutung und Zusammenhänge.


Word cloud on identity, sociality, communality & digital media technologies

Word cloud of the student projects in the seminar "Identity, sociality & communality in times of digital media technologies" at the Department of Social and Cultural Anthropology, University of Vienna.

wordcloud


World Summit on Information Society: Action Line "Cultural diversity and identity"

"Cultural and linguistic diversity, while stimulating respect for cultural identity, traditions and religions, is essential to the development of an Information Society based on the dialogue among cultures and regional and international cooperation. It is an important factor for sustainable development.

UNESCO emphasises the value of cultural and linguistic diversity in all its work.  It is also concerned to ensure that new media platforms make content available which is relevant to the lives of all communities and individuals, including the poor and marginalised.  Content of local relevance, and content which is locally produced, are important in this context." ...
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UNESCO & WSIS
WSIS


Seminar research projects

In the seminar "Identity, sociality & communality in times of digital media technologies" at the Department of Social and Cultural Anthropology, University of Vienna, students work in research teams on aspects of privacy, gaming, movements, participation, solidarity and visual culture.

mindmap


Conference paper: Community resilience and social media

Molyneaux, H., O’Donnell, S., Kakekaspan, C., Walmark, B., Budka, P., Gibson, K. 2012. Community resilience and social media: Remote and rural First Nations communities, social isolation and cultural preservation. Paper for the "2012 International Rural Network Forum", Whyalla and Upper Spencer Gulf, Australia, 24-28 September.

Abstract
Community resilience in First Nations includes ties to people both inside and outside the community, intergenerational communication, sharing of stories, and family and community connectedness. This study, based on a survey of internet users in the Sioux Lookout region of Northwestern Ontario, explores the link between social networking sites (SNS) and community resilience. The region is home to some of the most isolated and rural First Nations (indigenous) communities in Canada. Cultural and familial links between these communities are strong, yet until the fairly recent widespread use of the internet, maintaining regular communications to strengthen cultural ties was challenging. This study examines the links between travel and communication online, how social media is used to preserve culture and maintain communication, and the implications of social networking for community resilience.

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    This is Philipp Budka, a social and cultural anthropologist from Vienna, blogging about the anthropology of media and technology, digital anthropology, indigenous internet practices and media, technology enhanced learning and his ethnographic fieldwork.
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