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Lecture: Visuelle Anthropologie in Zeiten zunehmender Digitalisierung

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Vorlesung “Visuelle Anthropologie in Zeiten zunehmender Digitalisierung“,
Wintersemester 2016/17, am Institut für Kultur- und Sozialanthropologie der Universität Wien
Philipp Budka

Ziele

Die Lehrveranstaltung gibt einen Überblick zur Visuellen Anthropologie und diskutiert die Bedeutung sowie die Entwicklung dieser kultur- und sozialanthropologischen Subdisziplin in Zeiten zunehmender Digitalisierung. Studierende erhalten so einen Einblick in die historische, gegenwärtige und zukünftige Relevanz der Visuellen Anthropologie.

Lehrinhalte & Methode

Visuelle Anthropologie untersucht verschiedene Formen visueller Kultur und Kommunikation. Dabei werden Alltagsphänomene und soziokulturelle Prozesse mit Mitteln visueller und audiovisueller Medientechnologien – wie Film, Video oder Fotografie – analysiert und bearbeitet. In der Visuellen Anthropologie lassen sich drei Bereiche identifizieren, die die Forschungsarbeit in dieser Subdisziplin kennzeichnet: (1) die Produktion visuellen Materials im Forschungsprozess, etwa in Form von (ethnographischen) Filmen; (2) die Analyse visuellen Materials, das von ForschungspartnerInnen produziert wird; sowie (3) die visuelle Repräsentation von Forschung, beispielsweise in der Lehre.

Neue digitale Medientechnologien – wie (Breitband)Internet, Soziale Medien oder Smartphones – beeinflussen und verändern alle drei Bereiche. Smartphones erlauben es etwa nicht nur Videos zu erstellen, sie können auch gleich bearbeitet und online geteilt werden. Digitale Medien ermöglichen neue Formen visueller Kommunikation und Repräsentation, etwa mittels Services wie YouTube oder Snapchat, die in der Analyse visueller Praktiken berücksichtigt werden müssen. Und auch die Präsentation von visueller Forschung wird durch digitale Medientechnologien verändert; neue interaktive und multimediale Präsentationsmöglichkeiten und alternative Publikationsmodelle verändern die Visuelle Anthropologie ebenso wie die Kultur- und Sozialanthropologie. Schließlich resultiert die zunehmende Digitalisierung auch in engeren Verbindungen zwischen der Visuellen Anthropologie und verwandten Forschungsbereichen in der Kultur- und Sozialanthropologie – wie Medienanthropologie, Digitale Anthropologie oder Sensorische Ethnographie – sowie zu anderen (visuellen) Medienwissenschaften.

Welchen Beitrag kann die Visuelle Anthropologie zur Erforschung neuer digitaler Lebenswelten und Phänomenbereiche liefern? Welche Rolle spielen neue digitale Medien und Technologien für die Forschungsarbeit in der Visuellen Anthropologie? Wie kann sich die Zukunft der Visuellen Anthropologie unter Einfluss digitaler Medientechnologien und damit zusammenhängender soziokultureller Phänomene gestalten?

Anhand von Fallbeispielen wird ein vergleichender Überblick über die anthropologische und ethnographische Analyse audiovisueller Medienpraktiken und -prozesse sowie über den Einsatz von Medientechnologien in der sozial- und kulturanthropologischen Forschungspraxis gegeben. Die Lernplattform der Universität Wien wird genutzt, um Lernmaterialien zur Verfügung zu stellen sowie den inhaltlichen Austausch und die Kommunikation zwischen den Studierenden zu fördern. Zusätzlich sieht die Lehrveranstaltung eine aktive Beteiligung der Studierenden mittels Diskussionsrunden vor.

Art der Leistungskontrolle und erlaubte Hilfsmittel

Der Leistungsnachweis wird grundsätzlich mittels schriftlichem Kolloquium am Ende des Semesters erbracht. 3 von 4 Aufgabenstellungen zu Vorlesungsinhalten und ausgewählter Literatur müssen bei der schriftlichen Prüfung bearbeitet werden.

Mindestanforderungen und Beurteilungsmaßstab

Für eine positive Beurteilung müssen 50% der Punkte erreicht werden.

Ausgewählte Literatur

  • Banks, M. 2001. Visual methods in social research. London: Sage.
  • Banks, M., Ruby, J. (Hg.) 2011. Made to be seen: perspectives on the history of visual anthropology. Chicago & London: The University of Chicago Press.
  • Banks, M., Ruby, J. 2011. Made to be seen: historical perspectives on visual anthropology. In Banks, M. & J. Ruby (Hg.), Made to be seen: perspectives on the history of visual anthropology. Chicago & London: The University of Chicago Press.
  • Banks, M., Morphy, H. (Hg.) 1999. Rethinking visual anthropology. New Haven: Yale University Press.
  • Bräuchler, B., Postill, J. (Hg.) 2010. Theorising media and practice. New York: Berghahn Books.
  • Ginsburg, F.D., Abu-Lughod, L., Larkin, B. (Hg.) 2002. Media worlds: anthropology on new terrain. Berkeley: University of California Press.
  • Hockings, P. (Hg.) 1995. Principles of visual anthropology. Berlin & New York: Mouton de Gruyter.
  • Horst, H., Miller, D. (Hg.) 2012. Digital anthropology. London: Berg.
  • Miller, D., et al. 2016. How the world changed social media. London: UCL Press. http://discovery.ucl.ac.uk/1474805/1/How-the-World-Changed-Social-Media.pdf
  • Murdoch, G., Pink, S. 2005. Picturing practices: visual anthropology and media ethnography. In Rothenbuhler, E. W. & M. Coman (Hg.), Media anthropology. Thousand Oaks, CA: Sage.
  • Pink, S. 2011. Digital visual anthropology: potentials and challenges. In Banks, M & J. Ruby (Hg.), Made to be seen: perspectives on the history of visual anthropology. Chicago & London: The University of Chicago Press.
  • Pink, S. 2005. The future of visual anthropology: engaging the senses. London: Routledge.

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